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Schwimmverein Oberkochen

Wenn Hundertstelsekunden über Erfolg und Enttäuschung entscheiden

Oberkochen / Fellbach. Mit zahlreichen Bestzeiten, acht neuen Vereinsrekorden und zwei Qualifikationen für die Baden-Württembergischen Meisterschaften erlebte der Schwimmverein Oberkochen in Fellbach ein Wochenende voller Höhepunkte. Gleichzeitig zeigten mehrere knapp verpasste Normzeiten, wie eng Erfolg und Enttäuschung im Schwimmsport beieinanderliegen. Für die SVO-Mannschaft entwickelte sich das Wochenende zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle.

Beim 52. Internationalen Einladungsschwimmfest in Fellbach trafen sich am 26. und 27. September mehr als 300 Schwimmerinnen und Schwimmer aus 20 Vereinen Württembergs zu über 1.500 Starts. Mitten im hochklassigen Teilnehmerfeld präsentierte sich auch der Schwimmverein Oberkochen mit elf Aktiven.

Besonders in den Mittelpunkt schwamm sich Adrian Gölzer (Jahrgang 2012). Mit Siegen über 50 und 100 Meter Schmetterling sowie 50 und 100 Meter Brust dominierte er seinen Jahrgang. Höhepunkt waren die Qualifikationen für die offenen Finals über 50 Meter Schmetterling und 50 Meter Freistil. Dabei verbesserte er seine bisherigen Bestzeiten teils deutlich. Über 100 Meter Brust steigerte er sich sogar um mehr als 7 Sekunden. Gleichzeitig knackte er die Qualifikationsnorm für die Baden-Württembergischen Meisterschaften über alle geschwommenen Strecken und stellte neue Vereinsrekorde über 50 und 100 Meter Schmetterling in 0:28,03 bzw. 1:07,73 Minuten auf.

Alexander Schöttle (Jahrgang 2008) zählte ebenfalls zu den großen Gewinnern des Wochenendes. Der bisher vor allem auf den Freistilstrecken starke Oberkochener zeigte eindrucksvoll, wie sehr er sich in den vergangenen Monaten auch auf den Rückenstrecken weiterentwickelt hat. Besonders über 50 Meter Rücken gelang ihm ein deutlicher Leistungssprung. Bereits im Vorlauf verbesserte er seine persönliche Bestzeit erheblich und qualifizierte sich damit erstmals für ein offenes Rückenfinale. Dort legte er nochmals nach und unterbot seine Bestmarke erneut deutlich. Mit seinem neuen Vereinsrekord über 50 Meter Rücken (0:30,85 Minuten) unterstrich der 18-Jährige, dass er sich inzwischen auch in dieser Disziplin zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten entwickelt hat. Ein weiteres Highlight war sein erster Start unter der magischen Ein-Minuten-Grenze über 100 Meter Freistil. Seine 59,13 Sekunden bedeuteten nicht nur eine neue persönliche Bestleistung, sondern auch einen wichtigen Meilenstein in seiner sportlichen Entwicklung. Den Schwung nahm er auch mit auf die 50 Meter Freistil, wo er sich ebenfalls mit neuer Bestzeit für das Finale qualifizierte und dort 9. wurde.

Für ein weiteres Ausrufezeichen sorgte Maja Manzke (Jahrgang 2011). Die vielseitige Nachwuchsschwimmerin blieb erstmals über 400 Meter Freistil unter der magischen Fünf-Minuten-Grenze. Mit starken 4:59,14 Minuten gewann sie ihren Jahrgang und bestätigte ihre hervorragende Form. Darüber hinaus stellte sie gleich mehrere Vereinsrekorde auf, darunter über 100, 200 und 400 Meter Freistil sowie über 200 Meter Rücken und 200 Meter Lagen. Die Qualifikation für die Baden-Württembergischen Meisterschaften erreichte sie über 400 Meter Freistil.

Erfolgreich präsentierten sich auch die weiteren Aktiven. Emma Franziska Hein erreichte mehrere Podestplätze in ihrem Jahrgang und überzeugte insbesondere über die Rückenstrecken. Sarah Ickert, Yvonne Lengweiler, Jana Rosenfeld, Nicolas Heritier, Sebastian Heritier und Peter Schubert sammelten zahlreiche persönliche Bestleistungen und bestätigten ihre positive Entwicklung. Gerade die jüngeren SVO-Schwimmerinnen und Schwimmer zeigten großen Einsatz und bewiesen, dass sie den Anschluss an die Konkurrenz aus den größeren Leistungszentren nicht scheuen müssen.

Die Oberkochener Aktiven sammelten insgesamt 20 Medaillen in den Jahrgangswertungen: 

Gold (7): 

– Adrian Gölzer: 50 m Schmetterling, 100 m Schmetterling, 50 m Brust, 100 m Brust 
– Maja Manzke: 400 m Freistil 
– Peter Schubert: 200 m Rücken 
– Sarah Ickert: 100 m Schmetterling

Silber (4): 

– Adrian Gölzer: 50 m Freistil 
– Nicolas Heritier: 100 m Schmetterling 
– Maja Manzke: 200 m Rücken 
– Alexander Schöttle: 100 m Rücken 

Bronze (9): 

– Maja Manzke: 200 m Lagen und 100 m Rücken 
– Emma Franziska Hein: 100 m Rücken und 200 m Rücken 
– Sarah Ickert: 200 m Freistil 
– Yvonne Lengweiler: 200 m Brust 
– Alexander Schöttle: 100 m Freistil 
– Peter Schubert: 100 m Rücken 
– Sebastian Heritier: 100 m Schmetterling 

Insgesamt konnten die Oberkochener Schwimmerinnen und Schwimmer acht zum Teil mehr als 30 Jahre alte Vereinsrekorde verbessern. Solche Leistungen zeigen eindrucksvoll, wie sich die Nachwuchsarbeit des Vereins in den vergangenen Jahren entwickelt hat. 

Doch der Schwimmsport schreibt seine Geschichten nicht nur über Erfolge, sondern auch über die knappen Momente. Besonders bitter verlief das Wochenende für Jana Rosenfeld (Jahrgang 2015). Über 50 Meter Brust verbesserte sie ihre persönliche Bestzeit um nahezu drei Sekunden, verfehlte die Qualifikationsnorm für die Baden-Württembergischen Meisterschaften jedoch um lediglich eine Zehntelsekunde. Noch schmerzhafter war das Ergebnis über 100 Meter Brust: Nach einer Verbesserung um fast zehn Sekunden fehlten am Ende gerade einmal 29 Hundertstelsekunden zur Qualifikation. Näher kann man einem großen Ziel kaum kommen. 

Ähnlich erging es Maja Manzke über 200 Meter Freistil. Trotz einer starken Leistung blieb sie lediglich eine Zehntelsekunde über der geforderten Qualifikationszeit. Solche Ergebnisse zeigen die enorme Leistungsdichte im Nachwuchsschwimmen und verdeutlichen, dass oft kleinste Details über Erfolg oder Enttäuschung entscheiden. 

Mit zwei bereits feststehenden Qualifikationen für die Baden-Württembergischen Meisterschaften durch Adrian Gölzer und Maja Manzke sowie einer Vielzahl neuer Bestzeiten fällt die Bilanz des Wochenendes insgesamt äußerst positiv aus. Da der Qualifikationszeitraum für die Landesmeisterschaften aufgrund des dichten Wettkampfkalenders bereits Ende September endet, waren die Rennen in Fellbach für viele Athletinnen und Athleten von besonderer Bedeutung. 

Für den SVO bleibt nun wenig Zeit zum Durchatmen. Bereits in zwei Wochen geht es zum nächsten Wettkampf nach Schwäbisch Gmünd. Dort wartet die nächste Bewährungsprobe auf die Mannschaft. Für die bereits qualifizierten Schwimmerinnen und Schwimmer dient der Wettkampf zugleich als wichtiger Formtest für die Baden-Württembergischen Meisterschaften Mitte Oktober. 

Eines hat das Wochenende in Fellbach jedenfalls eindrucksvoll gezeigt: Schwimmsport lebt von Leidenschaft, Ausdauer und dem ständigen Streben nach Verbesserung. Manchmal entscheiden Sekunden, manchmal sogar nur Hundertstel. Genau diese Mischung aus Erfolgserlebnissen, Spannung und persönlichem Wachstum macht den besonderen Reiz dieses Sports aus. Für die jungen Oberkochener Talente war Fellbach dafür ein perfektes Beispiel.

Pressemitteilung vom 29. September 2026