Schwimmverein Oberkochen

Premiere auf großer Bühne: Adrian Gölzer überzeugt bei den Süddeutschen

Oberkochen / Stuttgart. Es gibt Momente im Sport, die weit über Zeiten, Platzierungen und Medaillen hinausgehen. Momente, in denen spürbar wird, dass etwas Besonderes entsteht. Für den SV Oberkochen war das vergangene Wochenende bei den Süddeutschen Meisterschaften 2026 in Stuttgart genau ein solcher Moment.

Vom 22. bis 24. Mai traf sich in Stuttgart die Elite des süddeutschen Schwimmsports. Mehr als 1100 Schwimmerinnen und Schwimmer aus 169 Vereinen kämpften um Bestzeiten und Spitzenplatzierungen. Teilnahmeberechtigt waren ausschließlich die besten Athletinnen und Athleten der Jahrgänge 2013 und älter aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Thüringen und Sachsen. Schon die Qualifikation gilt in der Szene als Auszeichnung – umso bemerkenswerter, dass mit Adrian Gölzer erstmals in der langen Geschichte des SV Oberkochen ein Schwimmer die Norm für diese Meisterschaften erfüllen konnte. Der 14-Jährige hatte sich erst zwei Wochen zuvor bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften in letzter Minute über 50 Meter Schmetterling und 50 Meter Freistil qualifiziert. Allein dieser Schritt war bereits ein Meilenstein für den Verein. Doch Adrian reiste nicht nach Stuttgart, um lediglich dabei zu sein. 

Vor seinem ersten Start war die Nervosität deutlich spürbar. Je näher der Wettkampf rückte, desto größer wurde die Anspannung. Die Atmosphäre bei Süddeutschen Meisterschaften ist eine andere – lauter, schneller, professioneller. Doch genau in solchen Momenten zeigt sich, woraus ein Sportler gemacht ist. Als der Startpfiff über die 50 Meter Schmetterling ertönte, war die Nervosität plötzlich verschwunden. Adrian erwischte einen starken Startsprung, schwamm von Beginn an mutig mit der Spitze mit und kämpfte bis zum Anschlag um jede Hundertstelsekunde. Mit einer Meldezeit als Zwölftschnellster angereist, steigerte er sich vor Ort noch einmal eindrucksvoll. Nach 29,89 Sekunden blickte er auf die Anzeigetafel – persönliche Bestzeit, neuer Vereinsrekord und Platz neun in Süddeutschland.

Eine Top-10-Platzierung bei den Süddeutschen Meisterschaften schien vor der Saison noch kaum vorstellbar. Entsprechend groß war die Freude bei Adrian und seinem Trainer Ingo Gerhold. Stolz, Erleichterung und die Gewissheit, dass sich die harte Trainingsarbeit auszahlt, waren beiden anzumerken. Mit diesem Erfolg im Rücken ging Adrian deutlich entspannter in seinen zweiten Start über die 50 Meter Freistil – die schnellste Disziplin des Schwimmsports, die keine Fehler verzeiht. Um die Lockerheit zu bewahren, wurde sogar das Aufwärmprogramm leicht angepasst. Der Plan ging auf.

Wieder gelang der Startsprung, auch die Unterwasserphase passte perfekt. Danach gab es nur noch eine Richtung: Vollsprint bis zur Wand. Nach starken 27,46 Sekunden schlug Adrian an und konnte sich erneut steigern – sowohl in der Zeit als auch in der Platzierung. Von Rang 24 der Meldeliste arbeitete er sich auf Platz 19 nach vorne. Dass beide Rennen trotz der enormen Anspannung mit persönlichen Bestleistungen endeten, spricht für die Qualität und mentale Stärke des jungen Oberkochener Schwimmers. Es zeigt aber auch, dass beim SV Oberkochen in den vergangenen Jahren etwas gewachsen ist, das zunehmend über die Region hinaus Aufmerksamkeit erzeugt.

Die Reise soll deshalb noch lange nicht zu Ende sein. Mit viel Zuversicht gehen Trainer und Sportler nun in die letzten Trainingswochen der Saison. Beide sind überzeugt: Stuttgart war kein einmaliges Erlebnis. Man möchte zurückkehren – zu den Süddeutschen Meisterschaften und im kommenden Jahr vielleicht schon mit einem größeren Team.

Denn Adrians Erfolg könnte mehr sein als nur eine starke Einzelleistung. Er könnte ein Signal für den gesamten Verein sein. Für die jüngeren Schwimmerinnen und Schwimmer, die nun sehen, wohin konsequentes Training führen kann. Für die Trainingsgruppe, die regelmäßig gemeinsam arbeitet, sich gegenseitig antreibt und Schritt für Schritt näher an die Spitze heranrückt.

Der SV Oberkochen hat an diesem Wochenende nicht nur einen historischen Moment erlebt. Er hat womöglich den Anfang einer neuen sportlichen Entwicklung geschrieben. 

Pressemitteilung vom 26. Mai 2026